Erste Regel: Wisse, was Du willst! (Teil 2)

Im ersten Teil habe ich erklärt, weshalb es so wichtig ist, dass man ein Konzept des Bewusstseinszustandes entwickelt, den man annehmen möchte, denn dann wird Dir klar, dass Du eher einen bestimmten Lifestyle anstrebst, als nur eine äußerliche Manifestation. In diesem Teil erfährst Du, wie man einen Bewusstseinszustand fühlt und verschmilzt. 

Der imaginative Umzug

Der imaginative Umzug ist eine Übung, die Dir demonstriert, was der Unterschied zwischen „Nachdenken“ und „Herausdenken“ ist, denn solange Du Deinen Wunsch als einen entfernten Punkt in Raum und Zeit siehst, bleibt er ein belangloses Hirngespinst. Erst, wenn Du Deinen erwünschten Bewusstseinszustand erlebst und fühlst, nimmst Du ihn als Wahrheit an und wirst dementsprechend die Manifestation erzeugen. 

Wenn Du ein genaues Konzept Deines Bewusstseinszustandes entwickelt und eine kurze Szene skizziert hast, dann geht es nun in die Selbstüberzeugung; das beständige Wiederholen der Szene, bis sie lebendig und echt ist. Das bedeutet auch, dass Du wieder und wieder in den Bewusstseinszustand eintauchst, sofern Du anhand Deiner inneren Reaktion bemerkst, dass Du in Deinem alten Selbstbild bist. 

Der imaginative Umzug ist eine großartige Übung, damit Du lernst, wie es sich anfühlt, wirklich vom Ende herauszudenken. Der Vorteil dieser Übung liegt vor allem darin, dass Du keinen Druck oder Zwang hast, denn es ist nur eine spielerische Übung ohne Konsequenzen. 

Irgendwo zum Hier

Die erste Variante des imaginativen Umzugs besteht darin, dass Du Dich mental an einen anderen Ort bringst. Zum Einstieg empfehle ich Dir einen Ort zu nehmen, den Du sehr gut kennst. Gehen wir davon aus, dass Du gerade im Wohnzimmer sitzt. Entspanne, schließe Deine Augen und stelle Dir nun vor, dass Du stattdessen im Schlafzimmer bist und auf dem Bett liegst. Sehe das Schlafzimmer aus Deinen eigenen Augen und fühle die weiche Matratze unter Dir. Versuche Schritt für Schritt immer mehr Sinneseindrücke wahrzunehmen. Wie hell oder dunkel ist das Licht dort? Wie fühlt sich die Kleidung auf Deiner Haut an? Welche Geräusche nimmst Du wahr? 

Je mehr Details Du wahrnimmst, desto realistischer wird Dein Schlafzimmer und vor allem Deine Präsenz in diesem Zimmer. Wenn Du nun im Schlafzimmer angekommen bist, beschreibe Deine Welt aus dem imaginativen Blickwinkel. Wo ist das Wohnzimmer? Wo das Badezimmer und die Küche? Ein imaginativer Umzug bedeutet auch, dass die Wahrnehmung unserer Welt sich verändert hat. Im Wohnzimmer war die Küche vielleicht zur Linken, doch im Schlafzimmer ist die Küche nebenan und das Badezimmer zur Rechten. 

Diese Übung hilft Dir dabei, zu verstehen, dass ein neuer Bewusstseinszustand immer bedeutet, dass Du eine neue Position in der Welt eingenommen hast und jeder Platz ist einzigartig, denn nicht zwei Objekte können an der gleichen Stelle stehen. 

Auch Dein Verlangen ist nur ein Bewusstseinszustand. Wenn Du in Dein Verlangen eintauchst, dann nehme den Ort mit all Deinen Sinnen wahr und beschreibe Deine Welt aus dieser neuen Perspektive. Wenn Du Dir vorstellst, dass Du im Urlaub auf den Malediven bist, dann wärst Du weit entfernt von Deinen Freunden und Deiner Heimat. 

Neville Goddard hat diese Übung sehr häufig angewendet, um seine Vorstellungskraft zu kultivieren. Tue es ihm gleich und wann immer Du mal kein intensives Verlangen hast, wandere mental durch die Welt und mache das Irgendwo zum Hier. 

Irgendwann zum Jetzt

Eine weitere Übung besteht darin, dass Du in der Zeit reist. Jeder Tag, jede Woche, jeder Monat und jede Jahreszeit hat ein ganz eigenes Gefühl. Freitag fühlt sich anders an als Montag und der Herbst anders als der Frühling. Morgens fühlt sich anders an als mittags. In der Vergangenheit warst Du jünger und in der Zukunft bist Du älter. Auch Deine Mitmenschen verändern sich mit der Zeit. 

Beginne zunächst mit Deiner Vergangenheit und reise zu irgendeinem Datum, den Du mit einem positiven oder normalen Gefühl verbindest. Du kannst das Irgendwo zum Hier machen, Du kannst aber auch einfach den Tag auf Dich wirken lassen, in dem Du ihn beschreibst. Wie fühlte sich dieser Tag an, was war anders? Wie war das Wetter? Wie war Deine Stimmung? Welche Ereignisse fanden kurz zuvor statt (Weihnachten, Ostern, diverse Geburtstage etc.) und welche Ereignisse finden unmittelbar statt? 

Wenn Du geübt bist, dann kannst Du diese Übung mit der Irgendwo zum Hier Übung verbinden oder ein Datum in der Zukunft nehmen und Dich dort in den Tag hineinfühlen. Spiele mit den Übungen, den dazu dienen sie: Dir zu vergegenwärtigen was das Herausdenken ausmacht.

Pause & Play

Ein weiterer genialer Tipp von Neville Goddard ist die Pause & Play Methode. Bei dieser Methode spielst Du nun mit Deiner Göttlichkeit. Du bist der Regisseur, der Drehbuchautor und Hauptdarsteller Deiner Vorstellung. Du kannst jederzeit das Bild einfrieren und dann wieder laufen lassen. Du kannst Objekte einfügen und ersetzen. Du kannst die Szene rückwärts abspielen; zügig oder in Zeitlupe. Du kannst die Helligkeit und den Kontrast verändern. Du kannst aus einem knallbunten Film ein schwarz-weißes Drama machen. Deine Vorstellungskraft ist grenzenlos. Achte darauf, welche Veränderung bei Dir welche Art von Stimmung auslöst, dass kann Dir bei Deinen anderen Szenen helfen. 

Es ist sehr effektiv, wenn Du eine Szene des erfüllten Wunsches hast und irgendwann das Bild beim Höhepunkt einfrierst und dann versuchst dieses Bild so scharf zustellen wie möglich. Du konzentrierst Deinen Geist nur auf das Bild; siehst Dich aus den eigenen Augen, vernimmst nur Dein Selbstgespräch, welches impliziert, dass Dein Wunsch bereits erfüllt ist. 

Der Vorteil: Deine Aufmerksamkeit wandert weniger. Ein häufiger Fehler ist eine viel zu lange Szene. Erst wird die Hand geschüttelt und dann über das Wetter geredet. Wenn Du das Bild beim Höhepunkt einfrierst, dann ist Deine Aufmerksamkeit fixiert und Du kannst das Irgendwo zum Hier und das Irgendwann zum Jetzt machen. Alles, was Du aus dem imaginativen Umzug erlernt hast, kannst Du nun anwenden und das Bild vor Lebendigkeit sprießen lassen. 

Sage dabei einen kurzen Satz – als Selbstgespräch – der impliziert, dass Dein Wunsch bereits erfüllt ist: „Danke, Vater.“ Oder „Das ist großartig!“ oder „Ich bin XY“. 

Wenn Du das Gefühl gefangen hast, dann konzentriere Deine Aufmerksamkeit rein auf das Gefühl und verweile dort, bis Du vollkommen erfüllt bist und in die Phase der mentalen Ruhe übergehst. 


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