Selbsthilfe beginnt beim Denken

Jeder Mensch besitzt ein natürliches Verlangen und sucht nach Wegen, um dieses Verlangen zu entfalten. Wenn sich keine Möglichkeit ergibt, wird das Verlangen unterdrückt, indem man mit unzähligen Ausreden und Einwänden dagegen ankämpft und die momentane Situation beschönigt.

Die konstruktivste Art des Denkens

Charles F. Haanel schrieb 1912 in seinem Werk The Master Key System, dass die konstruktivste Art des Denkens unsere Vorstellungskraft darstellt. Er begründet es damit, dass wir aufgrund dieser Fähigkeit Dinge und Geschehnisse sehen können, bevor sie eingetroffen sind. Es ist genau diese Gabe, die uns dazu befähigt, einen Zustand zu erfühlen und zu erleben, bevor wir den Zustand in der Außenwelt manifestieren. Während viele Philosophen der Neugeistbewegung und des Gesetzes der Anziehung das Denken verallgemeinerten, war es Neville Goddard, der hinter dem Vorhang des positiven Denkens schaute und die menschliche Vorstellungskraft in den Fokus seiner Lehren stellte. Für Neville war die Vorstellungskraft nicht nur eine Denkweise, die uns unsichtbare Dinge sehen lässt, sondern sie war das göttliche in uns, dass uns die Kraft gibt, unser Leben frei zu gestalten. Jede Tatsache und jede Erfindung war zunächst eine bloße Vorstellung und konnte erst durch beständige Konzentration der Vorstellungskraft realisiert werden.

Doch wenn man von dieser Annahme ausgeht, dann denkt jeder Mensch auf seiner eigenen Art und Weise konstruktiv, denn jeder Mensch nutzt die Vorstellungskraft. Sofern der Mensch gedanklich in der Vergangenheit oder Zukunft verweilt, transferiert er einen unsichtbaren Moment zurück in seinen Geist. Das Problem liegt also weniger in der Vorstellungskraft, sondern an der Kultivierung und Konzentration der Aufmerksamkeit. Neville Goddards Lehren lassen sich folgendermaßen zusammenfassen: Eine zielgerichtete Vorstellungkraft – zum Ende hin – ist der Anfang jedes Wunders.“ 

Die Sprache des Unterbewusstseins

Unser Unterbewusstsein formt unser Schicksal. Es ist frei von jeglicher Logik und akzeptiert uneingeschränkt jede Annahme, selbst wenn sie falsch ist. Wir sind jedoch keine Marionetten des Unterbewusstseins, sondern dessen Erzieher. Unser Verstand ist kein Werkzeug des Teufels, sondern unser Eintritt in eine wundervolle Zukunft. Indem wir einen Gedanken komprimieren und über den Inhalt meditieren, können wir unserem Unterbewusstsein gut zureden. Sofern wir uns dazu verpflichten, dies mit Beständigkeit und Ausdauer weiterzuführen, wird unser Unterbewusstsein von der falschen Annahme überzeugt. Eine Annahme ist falsch, wenn unser Verstand keine Beweise in der Realität findet. Nehmen wir an, ich strebe nach Erfolg in meinem Beruf, doch aktuell gibt es kaum eine Möglichkeit zur Beförderung, so ist die Annahme zur Beförderung falsch bzw. eine Lüge. 

Eine Annahme, selbst wenn sie falsch ist, wird durch Beständigkeit zur Tatsache. Leider identifizieren wir uns mit unserem Verstand und unseren Sinnesorganen und akzeptieren nur Annahmen, die in der Außenwelt bestätigt sind und das hält uns davon ab, die Dinge zu sehen, die wir andernfalls sehen könnten. Für Neville Goddard ist ein perfektdiziplinierter Mensch derjenige, der es schafft, seine Aufmerksamkeit beständig auf den Zustand des erfüllten Wunsches zu richten, obwohl ihm seine Sinne das Gegenteil zeigen. Er verleugnet nicht die Realität, doch er weiß, dass die Ursache für Veränderungen in der Welt der Gedanken liegt. Schlussendlich denkt er vom Ende aus. Er denkt sich in die falsche Annahme ein, bis sein Unterbewusstsein überzeugt ist.

Das Unterbewusstsein spricht die Sprache der Gefühle, deshalb betont Neville immer wieder, wie wichtig es ist, sich in das Ende hineinzudenken. Wir analysieren eine Situation, indem wir unbefangen und neutral aus der Ferne auf die Situation schauen, doch wir erleben und erfahren eine Situation, wenn wir aktiv die Handlung ausführen. Gefühle lassen sich durch Vorstellungen und Bildern kultivieren. Wenn wir uns an die Vergangenheit erinnern, dann wandern Bilder, Geräusche und Sinneseindrücke in unser Bewusstsein und wir erleben den Augenblick erneut und genau diese Fähigkeit, das bewusste erschaffen von imaginativen Sinneseindrücken, macht uns zum Schöpfer unserer Lebensumstände. Jedes Gefühl trägt die erwünschte Realität in sich selbst und sofern das Gefühl vom Unterbewusstsein als wahr angenommen wird, muss es sich entfalten. Gefühl ist das Geheimnis.

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Der Unterschied des richtigen Denkens

Es gibt prinzipiell zwei Möglichkeiten, wie wir denken können. Entweder sehen wir etwas aus der Ferne oder wir verweilen im Ende. Entweder denken wir über etwas nach oder wir denken uns in etwas hinein. Beide Denkarten schließen sich nicht gegenseitig aus. Ich kann über eine bestimmte Annahme nachdenken und je länger ich meine Aufmerksamkeit auf diesen Gedanken richte, desto mehr werde ich mit der Annahme verschmelzen, so dass ich mich schlussendlich in das Ende hineingedacht habe und es erlebe. Durch das Erleben und Erfahren des Gedankens, entsteht ein Gefühl, welches nach Entfaltung strebt. 

Viele Menschen erreichen ihre hochgesteckten Ziele nicht, weil sie nur über das Ende nachdenken und sich keine Zeit dazu nehmen, in das Ziel einzutauchen und das Gefühl zu erfahren, welches man fühlen würde, wenn das Ziel bereits erreicht ist. Wenn wir etwas aus der Ferne betrachten, dann sehen wir einen imaginativen Weg vor unserem geistigen Auge. Dieser Weg ist auch nur eine Vorstellung, jedoch verlieren wir uns auf dem Weg, weil wir die vielen Hindernisse und Hürden sehen. Wir fühlen uns überfordert und zweifeln an unserem Selbstwert. Selbst wenn wir uns den Weg ohne Widerstand vorstellen, so wissen wir nie, ob es der richtige Weg ist. Es geht nicht darum, dass wir unser Ziel erreichen, sondern das wir es auf die effektivste Art geschehen lassen. 

Sofern wir uns beständig in das Ende hineindenken und davon ausgehen, dass unser Ziel bereits erreicht ist, übergeben wir die Aufgabe unserem Unterbewusstsein. Das Unterbewusstsein ist die Steuerzentrale von Gewohnheiten, Körpersprache, Gestik, Mimik und das Speicherorgan unserer Glaubenssätze und Erinnerungen. Hinter all dem steht das Selbstbild, ein Zusammenschluss all unserer tiefsten Überzeugungen. Verändern wir unser Selbstbild, dann verändern wir unsere gesamte Hülle samt Inhalt. Ein Selbstbild verändern wir, indem wir in unserer Vorstellung ein Gefühl erleben, dass als Anker dient, damit wir Schritt für Schritt in das Selbstbild übergehen. Jedes Gefühl existiert bereits, es muss nicht durch äußere Umstände erschaffen werden. Wir glauben, dass wir glücklich sind, wenn wir unseren Wunsch erfüllen und erkennen nicht, dass dieser Mechanismus umgekehrt auch funktioniert und uns zur Ursache und nicht bloß zur Wirkung macht. 

Selbsthilfe beginnt beim Denken

Kultiviere Deine Vorstellungskraft, indem Du Deine Aufmerksamkeit kontrollierst und das Ende erlebst. Tauche in das Selbstbild ab, welches Du hättest, wenn Dein Wunsch bereits erfüllt ist. Sei kein passiver Zuschauer, sondern der aktive Part der imaginativen Handlung. 

Beginne zunächst damit, dass Du über das Ende nachdenkst. Richte Deinen gesamten Fokus auf den komprimierten Gedanken, der impliziert, dass Dein Wunsch bereits erfüllt ist. Frage Dich: Was wäre, wenn mein Wunsch bereits erfüllt ist? Entspanne vollkommen und meditiere über diese Frage. Bewerte keine Vorstellung, sondern folge dem Pfad Deiner Aufmerksamkeit. Wenn es stockt, dann stelle Dir erneut die Frage. Allmählich wirst Du mit dem neuen Selbstbild verschmelzen und nun fange das Gefühl. Wie? Werfe einen Blick in die Basics und trage Dich im Newsletter ein, damit Du kostenlos das E-Book Neville Mastery erhältst, der perfekte Einstieg für nachhaltige Veränderungen.


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Kommentare: 2
  • #1

    Quardian von der Munde (Sonntag, 07 Mai 2017 14:17)

    Schon Emile Coue (1857 - 1926) enn der Wille mit der Vorstellung in Widerstreit gerät, wenn man etwa denkt: „Ich will, dass dies oder jenes eintrete“, so braucht nur die Vorstellungskraft einwenden: „Du willst es wohl aber es wird doch nicht geschehen“, und man wird nicht nur das Erstrebte nicht erlangen, sondern es tritt das genaue Gegenteil ein.



    Coués 4 Gesetze:

    1. Im Widerstreit zwischen Wille und Vorstellungskraft siegt letztere ausnahmslos.

    2. Im Konflikt zwischen Wille und Vorstellung beträgt die Vorstellungskraft — bildlich gesehen — soviel wie das Quadrat der Willenskraft.

    3. Sind Wille und Vorstellungskraft gleichgerichtet, so addieren sie sich nicht, vielmehr ist die Endkraft das Ergebnis einer Multiplikation beider Energien.

    4. Die Vorstellungskraft ist lenkbar

  • #2

    Quardian von der Munde (Montag, 08 Mai 2017 07:21)

    Hallo Kevin,

    nach Deinem Artikel sollte man die Emile Coue Autosuggestion anpassen statt "Jeden Tag geht es mir in in jeder Hinsicht immer besser und besser ! " Ich fühle und spüre ganz intensiv, dass es mir von Tag zu Tag in jeder Hinsicht immer besser und besser geht!